Donnerstag, 23. Mai 2013

Australien, Ostküste


Sydney. Ich lande nachts in Sydney und checke im Nomads Westend ein. Nomads ist eine große Hostelkette in Neuseeland und Australien; sehr günstig aber dafür halt ein bisschen schäbig. Das Gebäude sieht ziemlich runtergekommen aus, der Gemeinschaftsraum hat den Charme eines Grossraumbüros, inklusive Neonlampen und Styropordeckenplatten. An den 20 Herdplatten in der Küche existiert noch ein Drehknopf, der zum kochen immer herumgereicht werden muss. Ich habe ein Bett in einem 28-Bett Dorm gebucht, werde aber auf ein 4-Bett Zimmer hochgestuft. Glück gehabt! Quasi. Meine Zimmergenossen sind drei Iren, die hier längerfristig wohnen und arbeiten. Sie haben sich etwas breit gemacht und sind, nunja, ein bisschen asozial. Ich bin ein sehr toleranter Mensch, aber das war echt ein bisschen heftig. Die Stories werde ich auch hier nicht veröffentlichen. Von den drei abgesehen wohnen in dem Hostel zum Glück noch ein Haufen anderer Leute aus der ganzen Welt. Außerdem verbringen viele ihre Zeit in dem grossen Gemeinschaftsraum und so dauert es keine fünf Minuten bis ich nicht mehr alleine bin. Der Abend ist der beste Start zurück ins Backpackerleben. Direkt nach dem armseligen Abendbrot (In dem Hostel gibt es kostenlos Nudeln. Dazu habe ich mir Ketchup von irgendwelchen Leuten geliehen.), gibt es dann auch gleich die erste Runde Goon seit Monaten. Dazu Kings Cup bzw. Ring of Fire. Endlich wieder Hostelleben. Fühlt sich gut an wieder unterwegs zu sein.

Neben Goon gibt es in Sydney aber noch viel mehr zu sehen. Am nächsten Morgen schaue ich mir als erstes mit einer Free Walking Tour die Stadt an. Das Hostel liegt in der Nähe des Hauptbahnhofes von Sydney, so sind die wichtigen Sehenswürdigkeiten in Laufweite zu erreichen. Die extrem gute Führerin ist geborene Sydneysiderin und führt uns mit lustigen Anekdoten durch die Stadt. Am Ende der Tour stehe ich vor dem berühmten Opernhaus, dass schon immer eine besondere Faszination auf mich ausgewirkt hat. Fühlt sich irre an, es nach so viele Jahren der Bewunderung endlich einmal in echt zu sehen, es anfassen und aus verschiedenen Winkeln betrachten zu können. Das es von Nahem besonders hässlich sei, wie mir viele Leute erklärt haben, kann ich an dieser Stelle übrigens nicht bestätigen!

Vogelkäfige.
Harbour Bridge.
Opernhaus.
Opernhaus, ein bisschen rangezoomt.
Einen anderen Tag fahre ich mit der Fähre nach Manly um meine ehemalige Klassenkameradin Dorothee zu besuchen, die dort gerade eine Art bezahltes Praktikum macht. Manly ist ein recht reicher Bezirk nördlich von Downtown Sydney. Der Plan den Tag am Strand zu verbringen wird aber doch recht schnell verworfen, als wir am berühmten Manly Beach ankommen. Es ist wahnsinnig voll. Schön ist es trotzdem und so machen wir einen Spaziergang auf der Halbinsel bis ich dann abends die Fähre zurück nehme und Harbourbridge und Opernhaus bei Nacht sehe.

Manly beach.
Girly beach (Zu erkennen an der rosa Farbe des Himmels). Heisst natürlich nicht wirklich so, ich hab nur den Namen vergessen. Links, außerhalb des Bildes, ist der Fährenterminal.
Von Sydney mache ich ausserdem noch bei einer Gruppentour in die Blue Mountains mit, ein Gebirge in der Nähe von Sydney. Wasserfälle, Aussichtspunkte und Känguruhs. Unbedingt machen!

Tatsächlich Blue.
Geniales Wetter.
Wasserfall von oben.
Wasserfall von unten.
Und, natürlich, die ikonischen "Drei Schwestern", das Hauptfotomotiv der Blue Mountains.
Dann gehts mit dem Flugzeug Richtung Brisbane. Mein Cousin Jan lebt dort schon seit einigen Monaten und er hat mir angeboten bei ihm zu übernachten, was ich dankend annehme. Ich komme um 7 Uhr morgens in Brisbane an. Da er früh zur Arbeit muss, schliesse ich mein Gepäck ein und laufe ein wenig in Brisbane rum. Brisbane ist eine super moderne Stadt. Alles wirkt neu und ein bisschen utopisch. Die Brücken, Southbank mit einem öffentlichen Pool, ein Riesenrad und der Arts und Culture Complex. Ich wandere ausserdem durch den Roma Park, dessen angeschlossener botanische Garten mich sehr beeindruckt. Ausserdem gibt es Leguane und seltsame Vögel. Ich kann einiges machen an diesem Tag und das beste ist, dass alles kostenlos ist. Brisbane ist eine schöne Stadt, aber natürlich nicht zu vergleichen mit Sydney und Melbourne.

Botanischer Garten.
Sehr Arty, kommt auf den Fotos leider nicht so rüber.
Und die Jungs chillen da so in der Sonne auf den Wegen vor sich hin.
Von Brisbane nehme ich den Greyhound Bus hoch nach Rainbow Beach. Dort bleibe ich eine Nacht und fahre dann nach Fraser Island, eine gigantische Sandinsel vor der Küste Australiens. Fraser Island ist definitiv mein Highlight an der Ostküste. Es ist wunderschön. Es gibt viel Strand, Urwald, Seen und Dingos zu sehen plus einen der schönsten Sonnenuntergänge die ich je gesehen hab. Ich mache bei einer dreitägigen Tour mit und habe mal wieder gutes Glück mit der Gruppe. Wir sehen die Insel, gehen Baden und ich mache außerdem einen Rundflug über die Insel mit. Einen Tag sind wir abends ziemlich spät dran. Die Flut droht uns nicht mehr vom Strand wegzulassen. Unser Busfahrer gibt Gas und wir fahren durch Schlaglöcher, über Felsen und ab und zu durch das mittlerweile brusttiefe Wasser. Sehr zu unserem Vergnügen. Wir schaffen es und kommen gerade in der Lodge an als es einen lauten Knall gibt. Der Busfahrer (Übrigens ein megaentspannter Kiwi) fragt, ob mal jemand nachgucken kann, was passiert sei. Die Antwort des observierenden Engländers (It's f$@#ed) bringt uns dann alle zum aussteigen. Aber siehe Foto.


90 Mile Beach.
Plötzlich, mitten im Urwald, schneeweiße Bäume.

Sonnenuntergang.

Schiffswrack.

Schiffswrack von oben.

Noch mehr Fraser Island.

Also anscheinend ist die Achse nach vorne weggerutscht. Zum Glück ist das nicht am Strand passiert oder idealerweise in der steigenden Flut.
Nach der tollen Tour auf Fraser Island fahre ich in den Norden, in die Stadt Cairns. In Cairns bleibe ich etwas länger, auch um ein bisschen auszuspannen. Das Hostel hat alles was man so braucht. Außerdem ist es super sauber und hat eine gute Küche, sowie einen unglaublich gemütlichen Gemeinschaftsraum. Dazu einen Pool mit Wasserfall und eine angeschlossene Bar, die gleichzeitig die größte und meistbesuchte in der Stadt ist. Leider ist das Wetter sehr durchwachsen und so verbringe ich die meiste Zeit im Hostel mit Filme schauen, Feiern gehen und sonst nichts tun...was auch manchmal ganz nett sein kann!

Cairns ist vor allen Dingen ein guter Ausgangspunkt für Touren auf das Great Barrier Reef. Ich buche eine Tour mit Schnupper-Tauchgang. Mit einem riesigen Katamaran fahren wir zwei Stunden übers Meer bis wir schliesslich am Riff ankommen. Wir werden kurz eingewiesen und dann ins Wasser geschmissen. Anfangs müssen wir uns noch an unserem Guide festhalten. Da dieser aber zum Glück recht entspannt ist dürfen wir nach kürzester Zeit alleine tauchen. Bei 12m ist zwar Schluss, aber es gefállt mir so extrem gut, dass ich mich entscheide, definitiv demnächst einen Tauchschein zu machen. Leider habe ich in Australien schlicht kein das Geld dafür. 
Unter Wasser sehe ich viele bunte Korallen, riesige Muscheln, die sich auf Berührung schliessen, Schildkröten, einen Reef-Hai und tausende bunte Fische. Findet Nemo spielt ja in Australien und von daher sieht man quasi alle Fische aus dem Film. Nemo finde ich übrigens gleich 10 mal in verschiedenen Anemonen.

Muschelchen. Ca. 1m lang.

Nemo.

Wasseroberfläche.

Glaub das bin ich.

Mit dem Tauchgang endet auch mein letzter Tag in Cairns. Am nächsten Tag fliege ich Nachmittags nach Melbourne zurück, verbringe dort noch einen tollen Tag und abends geht es noch ein letztes Mal zu den Couchsurfern ins Last Jar. Dann heisst es Abschied nehmen, der nächste und letzte Kontinent heisst Asien.

Donnerstag, 2. Mai 2013

Mostly working part 2

Melbourne. Am Montag fahren Adam und ich noch ein bisschen auf der Mornington Halbinsel spazieren. Mir gefällt es hier sehr gut, es ist definitiv eine Sache, die man sich einmal anschauen sollte. Gerade die bunten Strandhäuser, die Sandstrände und das ruhige, flache Meer mit den tollen Farben. Seesterne, Klippen, klares Wasser. Generell auch eine schöne Landschaft, grün, voller Gummibäume und wilde Tiere. Man hat einen beeindruckenden Blick auf Melbourne von Arthur's Seat aus. Wir gehen auch noch Erdbeeren pflücken. Es ist fast perfekt hier, nur echt schade, dass man innerhalb der Bay einfach nicht surfen kann!

Küste

Jep, dahinten ist Melbourne. In echt besser zu erkennen.

Abends fahren wir wieder nach Mount Martha zurück um den Geburtstag von seiner Mutter zu feiern.
Sarah (von Hays) ruft mich zwischendurch an und fragt, ob ich am nächsten Tag in Melbourne sein kann um ein längerfristiges Assignment anzunehmen. Ach und ob ich ein Problem damit hätte, über Mord und Raub zu lesen. Natürlich nicht. Also habe ich ab dem nächsten Tag wieder einen Bürojob und fahre noch am selben Tag zurück zu meiner Wohnung in South Yarra.
Dienstag stehe ich um halb 10 vor einem Bürogebäude in der Innenstadt. Office of Public Prosecutions heißt es, das Büro der öffentlichen Strafverfolgung. Es ist etwas krasser bei der Sicherheitskontrolle. Ich muss meinen Pass vorlegen, eine Schweigepflichtserklärung unterschreiben und bekomme einen Pass mit Foto. Oben angekommen bekomme ich meinen eigenen Schreibtisch, eine E-Mail Adresse und eine Telefonnummer. Beim Einarbeiten merke ich, dass es diesmal doch recht anspruchsvolle Arbeit wird.
Wenn die Polizei von Victoria jemanden festnimmt muss er ja auch seines Verbrechens angeklagt werden. Die Polizei sammelt Aussagen, die die Schuldigkeit und die Rechtmäßigkeit des eigene Vorgehen beweisen um den Angeklagten hinter Gitter zu bringen. Die gesammelten Aussagen und Beweismittel gehen dann an das OPP, das die Fälle für die Staatsanwälte vorbereitet.
Das bedeutet für mich konkret, dass ich die Fälle für Verteidigung,  den Richter und das Gefängnis (heißt hier übrigens gaol und nicht jail) einscanne und vorbereite. hat der Angeklagte auf "schuldig" plädiert, scanne ich sämtliche Aussagen und (textbasierte) Beweismittel ein und lösche mit einem Tool sämtliche private Telefonnummern, Adressen und alles andere was die Verteidigung nicht erfahren soll.
Hat er auf "nicht schuldig" plädiert, sortiere ich den ganzen Fall nach einem gewissen Schema, muss teilweise sogar die Aussagen lesen, erstelle einen Index und erfrage beim Solicitor, also dem Anwalt, fehlende Aussagen und Beweismittel. Das ganze ist sehr spannend. Ich lese Fälle über Mord, Raub, Folter, Vergewaltigung, Inzest und alles, was so krass ist, dass es vor County- oder sogar Supreme Court of Victoria angeklagt wird. Hier ist es so, dass nur Verbrechen, die in mehreren Staaten begangen wurden, vor Bundesgerichten behandelt werden. Es sind also die schwersten Fälle in Victoria.
Ich kriege dadurch einen Einblick in die Abgründe von Melbourne. Nach meiner Erfahrung sollte man den Bezirk Ferntree Gully übrigens meiden. Und mit Chrystal Meth (Hier übrigens unter dem Namen ICE erhältlich) ist definitiv nicht zu spaßen!
Es beginnt eine sehr gute Zeit. Ich arbeite knapp Vollzeit im OPP, übernehme trotzdem noch weiter Schichten bei Dominos am Abend und am Wochenende. Jeden Dienstag und Donnerstag nehme ich mir abends frei um beim MCC Lacrosse zu spielen. Ich werde immer besser, was wahnsinnig Spaß macht. Im Endeffekt kann ich leider nur ein Spiel spielen, schieße aber die Hälfte unserer Tore. Das wir trotzdem 18:2 verlieren ist an dieser Stelle egal.
So vergehen die nächsten Wochen in Melbourne für mich. Arbeiten morgens, arbeiten Abends. Freie Tage werden mit irgendwas schönem gefüllt.
Zwischendurch wohnt Andrea bei mir, die auch in Vancouver schon kurz in unserer WG gewohnt hat. Sie entscheidet sich wegen des mittlerweile immer mieseren Wetters aber dagegen länger in Melbourne zu bleiben und die letzten Monate ihrere Weltreise lieber in Asien zu verbringen. Es stimmt. Es ist kalt hier im Herbst. Es gibt immernoch schöne Tage, die sich wie Frühling in Deutschland anfühlen, aber generell ist es doch bedeckt bis wolkig, windig und kalt. Mit Andrea fahre ich noch die berühmte Great Ocean Road runter. Sie hat einen Van und wir erwischen einen traumhaften Tag. Toller Tag!


Anfang der Great Ocean Road

Die berühmten 12 Apostel. Nicht im Bild: Die anderen 1000 Touris an der Stelle.

Great Ocean Road

Andreas megageiler Van

Während der Zeit gehe ich auch mit Andrea,  Adam und Jasmine zum ersten Mal zu einem Aussie rules football (AFL) Spiel. Es ist die australische Variante von Gaelic Football, man hat einen ganzen Haufen Spieler, die gegeneinander im Rugby Style versuchen den Ball in das gegnerische Tor zu schießen. Ich möchte es hier nicht näher erklären, es ist aber auf jeden Fall mal einen Blick wert. Die Stadien sind gigantisch. Der Melbourne Cricket Ground, der zum MCC gehört, wo ich lacrosse spiele, fasst 80.000 Fans. Zu einem normalen Ligaspiel kommen einfach mal 70.000 Menschen. Alle Fans unterschiedlicher Teams sitzen brav nebeneinander und gucken gemeinsam. Es bleibt komplett ruhig. Es gilt zero Tolerance, wer sich daneben benimmt fliegt raus. Sehr Familienfreundlich ist das ganze zudem. Ist bestimmt ne tolle Sache für Kinder, tötet aber die Stimmung doch sehr ab. Nun gut. Kein Urteil an dieser Stelle.

AFL
Ich treffe außerdem die beiden Holländerinnen Nicky und Nina wieder, mit denen ich auf Neuseeland gereist bin und unternehme immer wieder etwas mit den Beiden. Ich liebe Besuch.  Er bringt einen immer dazu sich auch in seiner Freizeit aufzuraffen und etwas schönes zu unternehmen.  Ob es nun Touri Kram ist oder einfach noch malbin eine Bar zu gehen obwohl es eigentlich schon zu spät ist. Außerdem ist man, wenn man im Hostel wohnt doch generell feierwütiger und so habe ich dank den beiden einige Nächte, in denen ich nur kurz oder gar nicht schlafe. Ich muss halt morgens immernoch arbeiten. Und zu Dominos.
Eine andere Sache, die meine Zeit in Melbourne echt extrem gut gemacht hat ist Couchsurfing. Ich habe zwar weder auf einer Couch geschlafen, noch hat jemand bei mir geschlafen, aber dadurch, dass es fast jeden Tag von unterschiedlichen Leuten organisierte Treffen gibt, wird einem echt nicht langweilig. Diese Treffen reichen von gemeinsam Game of Thrones (oder jede andere Serie) gucken über einfach nur auf einen Kaffee treffen bis zum obligatorischen Trinken und Kennenlernen. Jeden Dienstag ist ein Treffen in einem Irish Pub in North Melbourne, wo ich einen Haufen netter Leute kennenlerne. Das kann man übrigens in jeder größeren Stadt machen! Irgendwann treffen wir uns auch außerhalb dieser Treffen und es läuft am Schluss einfach so perfekt, dass ich nicht mal richtig Lust habe Melbourne zu verlassen. Es spricht auch alles dagegen.
Ich habe eine klasse Wohnung in einem der besten Viertel von Melbourne, die ich bezahlen kann. Außerdem suchen sie jetzt auch nach einem Nachmieter. Das OPP möchte mich gerne weiter beschäftigen und die Lacrosse-Saison fängt gerade erst richtig an. Zudem habe ich Freunde in der Stadt, die auch erst mal länger da bleiben möchten und es ist einfach viel zu gut um einfach zu gehen. Ach, das mein Visum noch bis Januar geht, habe ich gesagt, ja?
Naja. Ich habe einen guten Grund um nach Deutschland zurück zu gehen und das ist ein recht vielversprechendes Interview in einer großen Firma. Und das ist Anfang Juni. Es ist einfach mal wieder mieses Timing.
Die letzten Tage und Wochen vergehen wie im Flug, plötzlich ist mein vorletzter Tag, an dem ich mit Louis und Mathieu von Couchsurfing und Adam noch einen letzten Abend in der Chapel Street ausgehe. An meinem letzten Tag klapper ich mit Hana von Couchsurfing noch einige der Sehenswürdigkeiten ab; Federation Square, den kostenlosen Visitor-Shuttle, Harbour Town, Eureka Tower. Alles während der Zeit hier nicht geschafft. Abends gibt es Känguruh-Steak. Schmeckt übrigens wie Strauß (Gott, wie das schon wieder klingt)..also wie eine Mischung aus Rind und Wild. Extrem lecker und es ist auch preislich eine echte Alternative zu Beefsteak. Soll auch gesünder, weil fettärmer sein.

Eureka Tower


Fed Square und Flinders St Station
Freitag quäl ich much ein letztes Mal aus meinem Bett. Dann noch schnell letzter Arbeitstag und um 8 Uhr sitze ich im Flugzeug nach Sydney. Das mein Flug zunächst gecanceled wurde, war nach einem kurzen Telefonat geklärt. So bekam ich einen früheren Flug mit einer besseren Airline in einem mega modernen Flugzeug. Not too bad.
Melbourne, ich liebe dich und jeden der dort wohnt. Es ist eine tolle Stadt und ich könnte mir echt vorstellen hier noch einmal länger zu wohnen. Ich würde es als eine Mischung aus Berlin (Kunst, Kultur), Barcelona (Atmosphäre und Strand) und Vancouver (Modern und sauber) bezeichnen. Es hat natürlich wesentlich mehr Facetten. Und extrem guten Kaffee und hübsche Menschen! Meine Lieblingsstadt nach Berlin bis jetzt!
Ich hoffe, ich kann den nächsten Blogeintrag ein bisschen schneller schreiben. Gerade sitze ich in Brisbane rum, habe das grandiose 3:0 von München geschaut und fahre gleich mit dem Greyhound Bus hoch nach Rainbow Beach. Adventures await. Once again.

Dienstag, 19. März 2013

Work and Travel 2.0



Melbourne. "Ich muss total behämmert sein, ich glaub ich hab mich gerade bewegt." Als Farin Urlaub diese Zeilen verfasste, hatte er wohl eher nicht Melbourne im Kopf. Trotzdem passt es.
Ich sitze in Boardshorts auf dem Sofa in meiner neuen WG im Melbourner Szenebezirk South Yarra und suche nach Wegen die auf fast 40° aufgeheizte Wohnung zu ertragen. Meine Stadt hat Fieber. Sie schwitzt und klebt. Es ist zwei Uhr Mittags, die Sonne brennt auf das Aluminiumdach. Meine Mitbewohner Dylan und Emily sind nicht wesentlich besser an dieses Wetter gewöhnt, Liz ist zu ihrem Freund gezogen, nachdem sie eine fiese Migräne durch das Wetter entwickelt hat. Gemeinsam schauen wir The Art of Flight um uns mental abzukühlen. Dazu trinken wir Smoothies vom Boost-Laden gegenüber. Hilft ganz gut. Dylan hat eine gigantische Film- und Seriensammlung (Natürlich alles legal.), die mich und uns dazu bringt die heißen Tage vorm Fernseher zu verbringen. Klingt bescheuert (Vor allem aus dem kalten Deutschland), ist aber leider nur konsequent. Meine Arbeitszeit beginnt meist von 6 Uhr Abends an und selbst dann ist es noch unmenschlich heiß. Option Strand wird natürlich öfters wahr genommen, geht aber auch nicht jeden Tag. Ich wohne auf der Chapel Street, einer großen Einkaufsstraße in Melbourne. In der Ferne hört man die Autos der Formel 1 ihre Runden ziehen. Die Rennstrecke ist im Albert Park, der vielleicht 1-2km von meinem Haus entfernt ist.

Wie bin ich überhaupt hier her gekommen? Seit dem letzten Blogeintrag ist viel passiert. Sehr viel. Ich war zwischenzeitlich ziemlich am Boden, hab nichts mehr auf die Reihe bekommen, keinen Job, kaum noch Geld, hab sogar den Geburtstag meines Vaters völlig verschlafen.

Angefangen hat alles mit der Jobsuche, nach den schönen ersten Tagen in Mount Martha auf der Mornington Halbinsel bei den Eltern von meinem Kumpel Adam bin ich bei ihm in Brighton in sein Haus eingezogen und hatte einen guten Lauf mit der Jobsuche. Zwei Umzugsunternehmen hatten zum Vorstellungsgespräch geladen, aber ich war, schon wegen meiner Vorqualifikation als Eventmanager viel mehr an dem Job bei einer Eventagentur/Mobilem Barservice interessiert. Ich bekam den Job und sagte den anderen Unternehmen ab. Dann kam nach einer Woche die ernüchternde Nachricht. Ich werde gefeuert. Ich meine, ich habe ja schon gemerkt, dass ich nicht reinpasse. Aber einfach so? Es sei nur ein Trial gewesen. Aber wenigstens werde ich bezahlt. Nunja. Ich werde vertröstet, ich sei schlicht überqualifiziert. Schlimmster Grund um jemanden zu feuern, oder? So stehe ich erst mal ohne Job und ohne Optionen da. Noch reicht das Geld allerdings, zudem wohne ich kostenlos, also: Wird schon.

Strandhäuser in Mount Martha

Aussichtspunkt

Blick auf Mount Martha und Mornington

Ozeanseite der Mornington Halbinsel

Ozean

Ozean
Ich habe eine ziemlich holprige Zeit für ein paar Tage und Wochen. Es geht mir einfach nicht gut, ich tue mich unheimlich schwer einen Job zu finden (Wie im übrigen alle Work and Traveller, die ich in Melbourne treffe) und merke wie anstrengend es ist einer von Vielen zu sein. Work and Travel ist nicht einfach. Schon gar nicht in einer überlaufenen Stadt wie Melbourne. Unglaublich wie viele Leute ich alleine aus Deutschland treffe. Ich kann mich einfach nicht zu einem Farmstay hinreißen, Sydney ist keine Option - genau die gleiche Situation wie in Melbourne, in Brisbane ist gerade Land unter und um bis nach Perth zu kommen fehlt mir schlicht das Geld. Ich bewerbe mich weiter online, finde aber nichts weiter. Es bleibt mir also nichts, als das altbewährte Klinkenputzen. Es läuft schlecht.

Positiv ist meine Wohnungssituation. Ich ziehe von Adams Haus drei Wochen später in das Haus seiner Freundin Jaz und ihrem Mitbewohner Jimmy ein. Sie haben eine tolle Wohnung im Bezirk St. Kilda, einem Ausgehviertel in der Nähe vom Strand. Hier findet auch das St. Kilda Festival statt, das größte kostenlose Musikfestival in Australien. Ich sehe die australischen Ska-Jazz-Punk-Legenden von Cat Empire, die der Hauptact des eintägigen Musikfestivals sind.
Soweit alles gut. Leider hat die Wohnung kein Internet und keine Waschmaschine. Auch wenn das definitiv First-World-Problems sind, es macht das Leben doch recht umständlich. Trotzdem genieße ich die Zeit in dem Haus. Ich kann dort allerdings auch nur bis Ende Februar wohnen und muss danach eine neue Wohnung suchen, die zu dem auch wesentlich teurer wird. Hier bezahle ich nur einen Freundschaftspreis.

St Kilda Festival
Am Australia Day treffe ich mich mit Vanessa, die ich in Neuseeland kennengelernt habe. Sie arbeitet im CBD in einem Büro für die australische Regierung. Wir unternehmen immer mal was miteinander, sie zeigt mir ein paar coole Bars und wir gehen zu den Australian Open.
Am selben Abend geht sie auf einen Geburtstag und ich komme spontan mit. Es ist eine nette kleine Party in einem BYO Restaurant (hier darf man seinen eigenen Alkohol mitbringen). Wir verlegen das ganze dann in eine Bar im coolen Norden von Melbourne. Ich feier mit Leuten, die ich noch nie gesehen habe, aber die offene Art der Australier, der Smalltalk und die ganze Easy-Going Atmosphäre macht es zu einem tollen Abend. Meine Geschichten kommen gut an. So lerne ich unter Anderem Sarah und Michelle kennen.
Ich kann unheimlich viel erzählen; wo ich her komme, wie ich hier bin, erzähle von Kanada und schließlich Australien. "Kein so guter Start bisher. Ich suche dringend nach einem Job." Die beiden gucken sich kurz an. Grinsen. "Hast du Büroerfahrung?" "Uhm, ja, ich habe fast vier Jahre in einem Büro in Berlin gearbeitet." "Wir könnten dir vielleicht einen Job in der Dateneingabe besorgen. Ist zwar langweilig, aber macht ja nichts."
Die beiden arbeiten für die große, weltweit tätige Zeitarbeitsfirma Hays, die Arbeitgebern Arbeitnehmer zuteilt. Ich tausche Nummern aus und glaube eigentlich nicht so richtig daran, dass es klappt. Montag soll ich anrufen. Ich tue wie mir geheißen, werde ins System aufgenommen und bekomme direkt mein erstes Placement für ein paar Tage. Mit dem Dateneingabejob hat es bisher leider nicht geklappt. Trotzdem kam ich mit der Hilfe der Beiden auf die Liste, die Work-and-Travellern eigentlich vorbehalten wird und hatte insgesamt zwei Assignments für zwei Wochen. Bei einem stattlichen Stundenlohn von 26$ und 28$ machte das eine erhebliche Lockerung meines Reisebudgets aus.

Bis das ganze allerdings ins Rollen kommt, gehe ich in dieser Woche noch einmal auf Jobsuche. So laufe ich die Flinder's Street runter, komme am Aquarium ("Sorry, die Saison ist fast vorbei.") und an ein paar Bars vorbei ("Hast du die Alkohol-Ausschank-Lizenz?") und komme schließlich bei Nando's und Domino's an, die direkt nebeneinander sitzen. Ich entscheide mich zuerst bei Domino's reinzugehen, Jani und Jannik, meine Mitstreiter aus Vancouver hatten ja bei denen problemlos einen Job bekommen. So frage ich "Braucht ihr noch Mitarbeiter?" "Ja. Du bist angestellt."

Ich brauchte nicht einmal meinen Lebenslauf auspacken. Der freundliche junge Mann aus Indien lässt mich in den Mitarbeiterbereich, nimmt meine Daten auf und sagt dann "Du musst mir aber etwas versprechen. Wir haben dieses bescheuerte Onlinetrainingssystem. Bitte füll' es aus und bitte bitte komm zurück." Etwas irritiert mache ich mich auf den Heimweg. Er hatte nicht untertrieben. Das System IST bescheuert. Ich brauche original SECHS STUNDEN, bevor ich alle Tests bestanden habe. Am Computer. Für jemanden ohne Internetzugang eine echte Zumutung. Lange Texte und Multiple Choice Fragen. Am Schluss klicke ich mich nur noch mit dem altbewährten Trial and Error System durch die Tests. So bekomme ich den Job, meine ersten Schichten am Ende der Woche und war dann bin ich plötzlich jeden Tag am arbeiten. Kurve bekommen.

Die nächsten Wochen, bis gestern, verlaufen im Autopilot. Teilweise arbeite ich Doppelschichten für Hays und Dominos, die beste/anstrengenste mit mehr als 70h in einer Woche. Ich schlafe viel, wenn es geht, hänge herum, spiele Computerspiele, gehe laufen. Inzwischen spiele ich wieder Lacrosse, allerdings nur einmal die Woche. Meine Routine verläuft nach Schema F. Aufwachen, rumhängen. Dann was auch immer, einkaufen gehen, Wäsche Waschen, Sport oder halt mehr rumhängen. Danach, wieder rumhängen. Dann zu Dominos, arbeiten, heim, schlafen, von Vorne.
Bei Dominos fahre ich Pizza aus. Den Scooter darf ich nach späten Schichten auch zum Heimfahren benutzen. Es gibt eine kostenlose Pizza pro Schicht und einen Softdrink. Ich muss höllisch aufpassen nicht wieder zuzunehmen. Das wird wohl unausweichlich passieren. Nunja. Die Arbeit ist hart. Scooter fahren verlangt einem einiges ab, zumindest wenn man es für 6-8-10h am Stück macht. Man läuft zudem lange Strecken, muss Pizza und Flaschen tragen. Wesentlich anstrengender als man sich es vorstellen würde. Außerdem ist es ja wie gesagt heiß, bis spät in die Nacht. Gibt es keine Pizzas zum ausliefern wird im Laden geholfen. Möglichst ohne zu trödeln. Abends hat die Crew eine Stunde Zeit zum aufräumen. Sollte man dann nicht fertig sein, wird weitergearbeitet, aber nicht bezahlt. Das heißt es wird gehetzt. Dann fällt man tot ins Bett.
Wesentlich einfacher ist die Arbeit für Hays. Ich arbeite für zwei Ministeriumsbüros und muss alles Mögliche Machen. Es ist einfache Büroarbeit, viel Archivierung, Papier shreddern und Briefe frankieren. Der Stundenlohn motiviert jedoch. Die Mitarbeiter sind nett. Es macht Spaß.

Zwischendurch suche ich eine neue Unterkunft. Da ich noch keinen richtigen Zeitdruck habe versuche ich es zunächst auf die faule Art. Ich setze eine Suchanzeige bei Gumtree auf. Anscheinend läuft das mit dem Selbstverkaufen mittlerweile. Ich krieg 5 Antworten, schaue mir drei Wohnungen an und entscheide mich am Schluss für einen Traum von einer Wohnung. Diese Wohnung. Über der Chapel Street. Ein Loft, riesiges Wohnzimmer, zwei Dächer, auf denen man beim Sonnenuntergang sitzen kann und super nette Mitbewohner. Wir kochen oft oder schauen Filme und Serien.

Ich
Nach dem ganzen Stress geht es mir wieder gut. Es ist ein gutes Leben. Es war schwierig am Anfang. Es ist schwierig. Australien ist überlaufen mit Menschen auf Work-Holiday und Studenten-Visa, die es für den einzelnen sehr schwierig machen einen Job zu finden. Es gibt Jobs, es gibt alles, man muss nur sich anstrengen, verbiegen und lügen um sie zu bekommen. Und natürlich muss man Glück haben, aber Rückblickend kann ich nicht wirklich sagen, dass es mir jemals an Glück auf dieser Reise gefehlt hat.

Montag fahre ich für drei Tage zurück auf die Mornington Halbinsel. Und dann geht es noch ein paar Wochen weiter mit arbeiten, Geld sammeln und dann auf eine große Tour durch Australien, bevor es fast schon wieder nach Hause geht. Unglaublich, dass dann bald ein Jahr rum ist.


Donnerstag, 24. Januar 2013

Neues Jahr.

Meine Kamera geht immer noch nicht. Alle Fotos in diesem Beitrag, soweit nicht anders gekennzeichnet, sind geistiges Eigentum von Nina Laninga, die ich auf der Reise kennengelernt hab. Sollte jemand die Fotos verwenden wollen, ich besitze keinerlei Rechte daran, kann aber auf Nachfrage Kontakt herstellen. So.

Als ich das schreibe sitze ich in Boardshorts mit einem eiskalten Glas Wasser bei 40° im Schatten auf der Veranda eines kleinen Hauses in East Brighton, südlich von Melbourne in Australien. In meinem vorherigen Eintrag bin ich gerade bei Weihnachten und das ist ziemlich schwach. Eigentlich hatte ich immer einen guten Rhythmus und hab es geschafft alle zwei Wochen zu schreiben. Jetzt sind es schon mehr als vier und ich habe immer noch nichts, also schreibe ich jetzt einfach mal weniger detailliert um aufzuholen.

Weihnachten und Silvester sind unglaublich schön. Inklusive Kekse backen, Obst-Weihnachtsbaum basteln, Glühwein trinken, Weihnachtslieder hören, Geschenke schenken, genialem Dinner in unserem Hostel in Iquique. Silvester sind wir dann in Valparaíso (Wie alle anderen Menschen in Chile auch.) bei einem der größten Feuerwerke der Welt. Mega beeindruckend und eine halbe Stunde lang. Danach Salsa tanzen, Parties in den Straßen feiern und den nächsten Tag am Strand rumhängen. Dann im Stau zurück nach Santiago stehen (Weil alle Menschen auch wieder zurück wollen.).
Abends verabschiede ich mich von Muddi und Jessi und mache mich auf den Weg nach Neuseeland.

Neuseeland hatte bei der Planung meiner Reise so gut wie keine Rolle gespielt. Ich hatte einen Flug von Santiago nach Melbourne buchen wollen und da dieser einen Zwischenstopp in Auckland hatte, dachte ich, na gut, verlängern wir das auf ne Woche. Ich überfliege die Datumsgrenze und komme morgens am 3. Januar in Auckland an. Ich nehme den Bus in die City und suche per W-Lan ein Hostel. Erste Entdeckung: W-Lan in Neu Seeland ist ein großer Witz. Teuer und nirgendwo auch nur annähernd schnell.

Im Hostel angekommen überlege ich was ich in meiner Woche hier machen kann. Im angeschlossenen Reisebüro buche ich eine 5-tägige Busfahrt mit dem Stray Bus mit Abfahrt am nächsten Tag. So kann ich wenigstens die Nordinsel ein bisschen erkunden. Den Rest der Zeit schaue ich mir Auckland an. Auckland ist mäßig beeindruckend (Ich fühl mich mega-snobby wenn ich Sachen wie das hier schreibe, aber leider ist Auckland tatsächlich eher langweilig.). Ausnahme dazu bildet die hübsch gestaltete Waterfront und das kostenlose Aucklandmuseum. Abends gibt es kostenloses Barbeque im Hostel und dann geht es früh ins Bett.

Die Busreise ist super. Ich habe großes Glück und erwische eine super Reisegruppe (Laut der Busfahrerin die beste, die sie jemals hatte!) und wir verbringen tolle Tage miteinander.
Die Tage sind meistens so gestaltet, dass man morgens ein bisschen fährt (Neuseeland ist klein.), ins nächste Hostel eincheckt, dann Aktivitäten macht (die so zwischen 20-400$ kosten) und abends dann kocht oder was auch immer macht. Neben den recht teuren Aktivitäten gibt es meist noch kostenlose Optionen.

Mein (viel zu kurzer) Trip:
- Hahei-Beach (Einer der schönsten Strände der Welt), mit Stingray Bay und Cathedral Cove. Leider komplett mit Touristen überlaufen, also in diesem Fall kein gutes Fotomotiv. Ein kleiner Felsen vor der Küste ist einfach schwimmend zu erreichen und dort kann man Sonnenbaden und Klippenspringen. Abends gehts zu den Hotsprings am Hot Water Beach. Man geht zu dem Strand und gräbt ein Loch. Irgendwann kommt heißes Wasser von Unten und man kann sich reinsetzen (Es ist allerdings bis zu 70° heiß!). Das geht nur bei Ebbe und die Flut bereitet dem ganzen dann irgendwann ein Ende. Megawitzig!
Später kommen wir auch noch an einem sehr heißen Bach vorbei, der mit einem kalten Bach zusammenfließt und an der Stelle bestes Badewasser bildet.

Erster Aussichtspunkt der Reise. Hammer.

Cathedral Cove.

Hahei Beach.
Raglan. Ein sehr berühmter Surfspot. Macht viel Spaß, allerdings geht auch hier nichts ohne Neoprenanzug. Und ein paar fiese Rip currents machen das ganze ein wenig anstrengend. Das Hostel ist super. Wir kochen, schöner Sonnenuntergang, Sterne gucken ohne Restlicht und eine großer (Party-)Schuppen mit Kicker, Tischtennisplatte, Sofas und Musik zum Rumhängen.


Inspiration Point. Guter Spot um Steine auf Flaschen zu werfen, den Sonnenuntergang  und Sterne ohne Restlicht zu sehen.

Raglan.
Waitomo Caves. Keine Kohle für eine der geilen Touren (100-350$), also geh ich mit ein paar anderen Wandern und sehe ein paar Höhleneingänge. Auch gut!
"Cultural Stay" bei Maori. Nicht so ganz Authentisch (Remember, travelling is the quest for Authenticity.), aber schön. Wir werden traditionell begrüßt und es ist alles ganz nett, aber man merkt, dass die Jungs hier nichts anderes machen als Touristengruppen zu empfangen. Es gibt lecker Essen und wir lernen einen einfachen Haka (Siehe Video. Super witzig!).


- White Water Raften. Über den mit 7m höchsten kommerziell gerafteten Wasserfall. Macht viel Spaß!
- Lake Taupo, größter See Neuseelands, inkl. Wellen. Es ist warm, man kann schwimmen gehen und abends dann Party. Gute Zeit.

Lake Taupo.
- "Hangover-Stay" ist in der Blue Duck Lodge, einer nachhaltigen Lodge im Urwald. Sie kümmern sich um die Populationskontrolle der gefährlichsten Tiere auf Neuseeland. Zum Beispiel Frettchen, Igel und Ziegen. Jep, mehr gibts hier nicht. Alle Fleischfresser sind importiert. Ich mache eine "Safari" durch die Umgebung der Lodge mit ATVs (Andere Optionen wären Tontaubenschießen oder Ziegenjagd - inkl. Erschießen, häuten und Fleisch verarbeiten - gewesen).

Kurze Pause bei etwas anderen heißen Quellen. Sehr hypnotisierend, das Geblubber.

Oder einfach mal ein wunderschöner Wasserfall.
Das ganze ist dann auch schon wieder mein letzter Abend. Ich hab mich sehr mit den Leuten auf der Tour angefreundet und das ist für eine gerade mal eine Woche lange Tour mehr als unnormal. Stray war super, unsere Busfahrerin "Motors" - warum das ihr Spitzname war, werde ich jetzt nicht erläutern - unterhielt uns in vielerlei Hinsicht und es war eine grandiose Reise.
- Tongariro National Park. Laut Reisebüro gab es den Aufenthalt in der Blue Duck Lodge nicht und ich hätte hier mehr Zeit haben sollen. Naja, so sind es nur 2h (!!!). Hier wurden die Mordor-Szenen zu Herr der Ringe geschossen und der Schicksalsberg ist am Horizont zu sehen. Vanessa, die auch in Melbourne wohnt, fährt mit mir zurück nach Auckland und so entscheiden wir uns in den zwei Stunden eine kleine Fahrradttour zu machen. Wir leihen Fahrräder und fahren zu dem Wasserfall, an dem Gollum im zweiten Herr der Ringe Teil sein Lied singt und Fisch ist. Dann gehts mit einem anderen Straybus nach Auckland zurück.

Kiwis. Vorsicht. Hier könnten zwei leben. (Mein Foto)

Mordor. (Mein Foto)

Schicksalsberg. (links) (Mein Foto)


Mein letzter Abend und Tag in Auckland sind eher ruhig. Die Tage waren sehr anstrengend und ich bin froh einfach nur zu chillen.
Am nächsten Tag flieg ich mit dem A380 von Emirates nach Australien. Mein Kumpel Adam, den ich auch von Camp Adventure kenne, holt mich vom Flughafen ab und ich verbringe meine erste Nacht in Melbourne. Die nächsten Tage sind eher langsam. Wir hängen bei Adams Eltern in Mount Martha rum, feiern seinen Geburtstag, gehen aus, sogar eine LAN-Party und ich suche nach Jobs und einer Wohnung.

Die Jobsituation ist schon recht schwierig in Melbourne für Work and Traveller. Mit der Routine aus Vancouver bewerbe ich mich jedoch bei ein paar Unternehmen, passe mein Resume an und bekomme prompt Antworten. Mein erstes Vorstellungsgespräch läuft gut, aber der Job ist nicht meins. (Kennt ihr die Jungs, die in den Fußgängerzonen rumstehen und allen Malteser-Spendenverträge andrehen wollen? Genau das, nur von Haus zu Haus. Was heute alles als Live-Marketing bezeichnet wird ist echt ein Witz.)

Das zweite Angebot ist schon wesentlich besser. Der Job könnte kaum besser sein, als Lagerhallenarbeiter, Barkeeper und Event Manager für einen mobilen Barservice arbeiten. Schön viel Abwechslung, rumkommen und keine Langeweile. So nehme ich den Job an, verpasse dadurch aber mein Interview bei einer anderen Firma, die damit nicht mehr in Frage kommt.
Bei dem Barservice läuft es dann aber nicht so gut. Meine Supervisorin ist jünger als ich und ich glaube deswegen ist sie recht unsicher mir gegenüber, was dazu führt, dass sie sehr autoritär ist. Megaanstrengend. Aber ich denke mir, dass sich das legen wird. Bis ich am dritten Tag einfach nach Hause geschickt werde, weil es keine Arbeit für den Rest der Woche gibt. Das ist das Problem mit General Labour ohne Verträge.

So sitze ich hier rum und überlege einen zweiten Job zu suchen, oder doch auf eine Farm zu wechseln. Work and Travel ist nicht immer einfach und gerade die Anfangszeit, merke ich jetzt zum zweiten Mal, ist vermutlich immer ein wenig holprig. Aber Reiseregel Nummer 1: Wird schon.

Die ähnlich schwierige Wohnungssituation ist erst mal geklärt, ich habe zwei Wochen bei Adam auf der Couch gewohnt und ziehe anfang Februar bei seiner Freundin ein, deren Mitbewohner für einen Monat das Land verlässt. Danach muss ich schauen. Entweder Wohnung suchen oder Farmstay. Nunja, Australien. Wir werden schon noch warm miteinander!