Sydney. Ich lande nachts in
Sydney und checke im Nomads Westend ein. Nomads ist eine
große Hostelkette in Neuseeland und Australien; sehr günstig aber dafür halt ein bisschen schäbig. Das Gebäude sieht ziemlich runtergekommen
aus, der Gemeinschaftsraum hat den Charme eines Grossraumbüros, inklusive Neonlampen und Styropordeckenplatten. An den 20 Herdplatten in der Küche existiert noch ein Drehknopf, der zum kochen immer herumgereicht werden muss. Ich habe ein Bett in einem 28-Bett Dorm gebucht, werde aber auf ein 4-Bett Zimmer hochgestuft. Glück gehabt! Quasi. Meine Zimmergenossen sind drei
Iren, die hier längerfristig wohnen und arbeiten. Sie haben sich
etwas breit gemacht und sind, nunja, ein bisschen asozial. Ich bin ein sehr toleranter Mensch, aber das war echt ein bisschen heftig. Die Stories werde ich auch hier nicht veröffentlichen. Von den drei abgesehen wohnen in dem
Hostel zum Glück noch ein Haufen anderer Leute aus der ganzen Welt. Außerdem verbringen viele ihre Zeit in dem grossen Gemeinschaftsraum und so dauert es keine fünf Minuten
bis ich nicht mehr alleine bin. Der Abend ist der beste Start zurück
ins Backpackerleben. Direkt nach dem armseligen Abendbrot (In dem
Hostel gibt es kostenlos Nudeln. Dazu habe ich mir Ketchup von irgendwelchen
Leuten geliehen.), gibt es dann auch gleich die erste Runde Goon seit
Monaten. Dazu Kings Cup bzw. Ring of Fire. Endlich wieder Hostelleben.
Fühlt sich gut an wieder unterwegs zu sein.
Neben Goon gibt es in Sydney aber noch viel mehr zu sehen. Am nächsten Morgen schaue ich mir als erstes mit
einer Free Walking Tour die Stadt an. Das Hostel liegt in
der Nähe des Hauptbahnhofes von Sydney, so sind die wichtigen
Sehenswürdigkeiten in Laufweite zu erreichen. Die extrem gute
Führerin ist geborene Sydneysiderin und führt uns mit lustigen
Anekdoten durch die Stadt. Am Ende der Tour stehe ich vor dem
berühmten Opernhaus, dass schon immer eine besondere Faszination auf
mich ausgewirkt hat. Fühlt sich irre an, es nach so viele Jahren der Bewunderung endlich einmal in echt zu sehen, es anfassen und aus verschiedenen
Winkeln betrachten zu können. Das es von Nahem besonders hässlich
sei, wie mir viele Leute erklärt haben, kann ich an dieser Stelle
übrigens nicht bestätigen!
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| Vogelkäfige. |
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| Harbour Bridge. |
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| Opernhaus. |
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| Opernhaus, ein bisschen rangezoomt. |
Einen anderen Tag fahre ich mit der
Fähre nach Manly um meine ehemalige Klassenkameradin Dorothee zu
besuchen, die dort gerade eine Art bezahltes Praktikum macht. Manly
ist ein recht reicher Bezirk nördlich von Downtown Sydney. Der Plan
den Tag am Strand zu verbringen wird aber doch recht schnell
verworfen, als wir am berühmten Manly Beach ankommen. Es ist
wahnsinnig voll. Schön ist es trotzdem und so machen wir einen
Spaziergang auf der Halbinsel bis ich dann abends die Fähre zurück
nehme und Harbourbridge und Opernhaus bei Nacht sehe.
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| Manly beach. |
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| Girly beach (Zu erkennen an der rosa Farbe des Himmels). Heisst natürlich nicht wirklich so, ich hab nur den Namen vergessen. Links, außerhalb des Bildes, ist der Fährenterminal. |
Von Sydney mache ich ausserdem noch bei
einer Gruppentour in die Blue Mountains mit, ein Gebirge in der Nähe
von Sydney. Wasserfälle, Aussichtspunkte und Känguruhs. Unbedingt
machen!
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| Tatsächlich Blue. |
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| Geniales Wetter. |
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| Wasserfall von oben. |
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| Wasserfall von unten. |
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| Und, natürlich, die ikonischen "Drei Schwestern", das Hauptfotomotiv der Blue Mountains. |
Dann gehts mit dem Flugzeug Richtung
Brisbane. Mein Cousin Jan lebt dort schon seit einigen Monaten und er
hat mir angeboten bei ihm zu übernachten, was ich dankend annehme.
Ich komme um 7 Uhr morgens in Brisbane an. Da er früh zur Arbeit
muss, schliesse ich mein Gepäck ein und laufe ein wenig in Brisbane
rum. Brisbane ist eine super moderne Stadt. Alles wirkt neu und ein
bisschen utopisch. Die Brücken, Southbank mit einem öffentlichen
Pool, ein Riesenrad und der Arts und Culture Complex. Ich wandere
ausserdem durch den Roma Park, dessen angeschlossener botanische
Garten mich sehr beeindruckt. Ausserdem gibt es Leguane und seltsame
Vögel. Ich kann einiges machen an diesem Tag und das beste ist, dass
alles kostenlos ist. Brisbane ist eine schöne Stadt, aber natürlich
nicht zu vergleichen mit Sydney und Melbourne.
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| Botanischer Garten. |
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| Sehr Arty, kommt auf den Fotos leider nicht so rüber. |
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| Und die Jungs chillen da so in der Sonne auf den Wegen vor sich hin. |
Von Brisbane nehme ich den Greyhound
Bus hoch nach Rainbow Beach. Dort bleibe ich eine Nacht und fahre
dann nach Fraser Island, eine gigantische Sandinsel vor der Küste
Australiens. Fraser Island ist definitiv mein Highlight an der
Ostküste. Es ist wunderschön. Es gibt viel Strand, Urwald, Seen und Dingos zu sehen plus einen der schönsten Sonnenuntergänge die ich je gesehen hab. Ich mache bei einer dreitägigen Tour mit und habe mal wieder gutes Glück mit der Gruppe. Wir sehen die Insel, gehen Baden und ich mache außerdem einen Rundflug über die Insel mit. Einen Tag sind wir abends ziemlich spät dran. Die Flut droht uns nicht mehr vom Strand wegzulassen. Unser Busfahrer gibt Gas und wir fahren durch Schlaglöcher, über Felsen und ab und zu durch das mittlerweile brusttiefe Wasser. Sehr zu unserem Vergnügen. Wir schaffen es und kommen gerade in der Lodge an als es einen lauten Knall gibt. Der Busfahrer (Übrigens ein megaentspannter Kiwi) fragt, ob mal jemand nachgucken kann, was passiert sei. Die Antwort des observierenden Engländers (It's f$@#ed) bringt uns dann alle zum aussteigen. Aber siehe Foto.
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| 90 Mile Beach. |
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| Plötzlich, mitten im Urwald, schneeweiße Bäume. |
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| Sonnenuntergang. |
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| Schiffswrack. |
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| Schiffswrack von oben. |
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| Noch mehr Fraser Island. |
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| Also anscheinend ist die Achse nach vorne weggerutscht. Zum Glück ist das nicht am Strand passiert oder idealerweise in der steigenden Flut. |
Nach der tollen Tour auf Fraser Island fahre ich in den
Norden, in die Stadt Cairns. In Cairns bleibe ich etwas länger, auch
um ein bisschen auszuspannen. Das Hostel hat alles was man so
braucht. Außerdem ist es super sauber und hat eine gute Küche, sowie einen unglaublich gemütlichen Gemeinschaftsraum. Dazu einen Pool mit Wasserfall und eine angeschlossene Bar,
die gleichzeitig die größte und meistbesuchte in der Stadt ist. Leider
ist das Wetter sehr durchwachsen und so verbringe ich die meiste Zeit im
Hostel mit Filme schauen, Feiern gehen und sonst nichts tun...was
auch manchmal ganz nett sein kann!
Cairns ist vor allen Dingen ein guter
Ausgangspunkt für Touren auf das Great Barrier Reef. Ich buche eine
Tour mit Schnupper-Tauchgang. Mit einem riesigen Katamaran fahren wir zwei Stunden übers
Meer bis wir schliesslich am Riff ankommen. Wir werden kurz
eingewiesen und dann ins Wasser geschmissen. Anfangs müssen wir uns
noch an unserem Guide festhalten. Da dieser aber zum Glück recht
entspannt ist dürfen wir nach kürzester Zeit alleine tauchen. Bei
12m ist zwar Schluss, aber es gefállt mir so extrem gut, dass ich mich entscheide, definitiv demnächst einen Tauchschein zu machen. Leider habe ich in
Australien schlicht kein das Geld dafür.
Unter Wasser sehe ich viele
bunte Korallen, riesige Muscheln, die sich auf Berührung schliessen,
Schildkröten, einen Reef-Hai und tausende bunte Fische. Findet Nemo
spielt ja in Australien und von daher sieht man quasi alle Fische aus
dem Film. Nemo finde ich übrigens gleich 10 mal in verschiedenen
Anemonen.
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| Muschelchen. Ca. 1m lang. |
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| Nemo. |
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| Wasseroberfläche. |
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| Glaub das bin ich. |
Mit dem Tauchgang endet auch mein
letzter Tag in Cairns. Am nächsten Tag fliege ich Nachmittags nach
Melbourne zurück, verbringe dort noch einen tollen Tag und abends
geht es noch ein letztes Mal zu den Couchsurfern ins Last Jar. Dann
heisst es Abschied nehmen, der nächste und letzte Kontinent heisst
Asien.
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