Donnerstag, 23. Mai 2013

Australien, Ostküste


Sydney. Ich lande nachts in Sydney und checke im Nomads Westend ein. Nomads ist eine große Hostelkette in Neuseeland und Australien; sehr günstig aber dafür halt ein bisschen schäbig. Das Gebäude sieht ziemlich runtergekommen aus, der Gemeinschaftsraum hat den Charme eines Grossraumbüros, inklusive Neonlampen und Styropordeckenplatten. An den 20 Herdplatten in der Küche existiert noch ein Drehknopf, der zum kochen immer herumgereicht werden muss. Ich habe ein Bett in einem 28-Bett Dorm gebucht, werde aber auf ein 4-Bett Zimmer hochgestuft. Glück gehabt! Quasi. Meine Zimmergenossen sind drei Iren, die hier längerfristig wohnen und arbeiten. Sie haben sich etwas breit gemacht und sind, nunja, ein bisschen asozial. Ich bin ein sehr toleranter Mensch, aber das war echt ein bisschen heftig. Die Stories werde ich auch hier nicht veröffentlichen. Von den drei abgesehen wohnen in dem Hostel zum Glück noch ein Haufen anderer Leute aus der ganzen Welt. Außerdem verbringen viele ihre Zeit in dem grossen Gemeinschaftsraum und so dauert es keine fünf Minuten bis ich nicht mehr alleine bin. Der Abend ist der beste Start zurück ins Backpackerleben. Direkt nach dem armseligen Abendbrot (In dem Hostel gibt es kostenlos Nudeln. Dazu habe ich mir Ketchup von irgendwelchen Leuten geliehen.), gibt es dann auch gleich die erste Runde Goon seit Monaten. Dazu Kings Cup bzw. Ring of Fire. Endlich wieder Hostelleben. Fühlt sich gut an wieder unterwegs zu sein.

Neben Goon gibt es in Sydney aber noch viel mehr zu sehen. Am nächsten Morgen schaue ich mir als erstes mit einer Free Walking Tour die Stadt an. Das Hostel liegt in der Nähe des Hauptbahnhofes von Sydney, so sind die wichtigen Sehenswürdigkeiten in Laufweite zu erreichen. Die extrem gute Führerin ist geborene Sydneysiderin und führt uns mit lustigen Anekdoten durch die Stadt. Am Ende der Tour stehe ich vor dem berühmten Opernhaus, dass schon immer eine besondere Faszination auf mich ausgewirkt hat. Fühlt sich irre an, es nach so viele Jahren der Bewunderung endlich einmal in echt zu sehen, es anfassen und aus verschiedenen Winkeln betrachten zu können. Das es von Nahem besonders hässlich sei, wie mir viele Leute erklärt haben, kann ich an dieser Stelle übrigens nicht bestätigen!

Vogelkäfige.
Harbour Bridge.
Opernhaus.
Opernhaus, ein bisschen rangezoomt.
Einen anderen Tag fahre ich mit der Fähre nach Manly um meine ehemalige Klassenkameradin Dorothee zu besuchen, die dort gerade eine Art bezahltes Praktikum macht. Manly ist ein recht reicher Bezirk nördlich von Downtown Sydney. Der Plan den Tag am Strand zu verbringen wird aber doch recht schnell verworfen, als wir am berühmten Manly Beach ankommen. Es ist wahnsinnig voll. Schön ist es trotzdem und so machen wir einen Spaziergang auf der Halbinsel bis ich dann abends die Fähre zurück nehme und Harbourbridge und Opernhaus bei Nacht sehe.

Manly beach.
Girly beach (Zu erkennen an der rosa Farbe des Himmels). Heisst natürlich nicht wirklich so, ich hab nur den Namen vergessen. Links, außerhalb des Bildes, ist der Fährenterminal.
Von Sydney mache ich ausserdem noch bei einer Gruppentour in die Blue Mountains mit, ein Gebirge in der Nähe von Sydney. Wasserfälle, Aussichtspunkte und Känguruhs. Unbedingt machen!

Tatsächlich Blue.
Geniales Wetter.
Wasserfall von oben.
Wasserfall von unten.
Und, natürlich, die ikonischen "Drei Schwestern", das Hauptfotomotiv der Blue Mountains.
Dann gehts mit dem Flugzeug Richtung Brisbane. Mein Cousin Jan lebt dort schon seit einigen Monaten und er hat mir angeboten bei ihm zu übernachten, was ich dankend annehme. Ich komme um 7 Uhr morgens in Brisbane an. Da er früh zur Arbeit muss, schliesse ich mein Gepäck ein und laufe ein wenig in Brisbane rum. Brisbane ist eine super moderne Stadt. Alles wirkt neu und ein bisschen utopisch. Die Brücken, Southbank mit einem öffentlichen Pool, ein Riesenrad und der Arts und Culture Complex. Ich wandere ausserdem durch den Roma Park, dessen angeschlossener botanische Garten mich sehr beeindruckt. Ausserdem gibt es Leguane und seltsame Vögel. Ich kann einiges machen an diesem Tag und das beste ist, dass alles kostenlos ist. Brisbane ist eine schöne Stadt, aber natürlich nicht zu vergleichen mit Sydney und Melbourne.

Botanischer Garten.
Sehr Arty, kommt auf den Fotos leider nicht so rüber.
Und die Jungs chillen da so in der Sonne auf den Wegen vor sich hin.
Von Brisbane nehme ich den Greyhound Bus hoch nach Rainbow Beach. Dort bleibe ich eine Nacht und fahre dann nach Fraser Island, eine gigantische Sandinsel vor der Küste Australiens. Fraser Island ist definitiv mein Highlight an der Ostküste. Es ist wunderschön. Es gibt viel Strand, Urwald, Seen und Dingos zu sehen plus einen der schönsten Sonnenuntergänge die ich je gesehen hab. Ich mache bei einer dreitägigen Tour mit und habe mal wieder gutes Glück mit der Gruppe. Wir sehen die Insel, gehen Baden und ich mache außerdem einen Rundflug über die Insel mit. Einen Tag sind wir abends ziemlich spät dran. Die Flut droht uns nicht mehr vom Strand wegzulassen. Unser Busfahrer gibt Gas und wir fahren durch Schlaglöcher, über Felsen und ab und zu durch das mittlerweile brusttiefe Wasser. Sehr zu unserem Vergnügen. Wir schaffen es und kommen gerade in der Lodge an als es einen lauten Knall gibt. Der Busfahrer (Übrigens ein megaentspannter Kiwi) fragt, ob mal jemand nachgucken kann, was passiert sei. Die Antwort des observierenden Engländers (It's f$@#ed) bringt uns dann alle zum aussteigen. Aber siehe Foto.


90 Mile Beach.
Plötzlich, mitten im Urwald, schneeweiße Bäume.

Sonnenuntergang.

Schiffswrack.

Schiffswrack von oben.

Noch mehr Fraser Island.

Also anscheinend ist die Achse nach vorne weggerutscht. Zum Glück ist das nicht am Strand passiert oder idealerweise in der steigenden Flut.
Nach der tollen Tour auf Fraser Island fahre ich in den Norden, in die Stadt Cairns. In Cairns bleibe ich etwas länger, auch um ein bisschen auszuspannen. Das Hostel hat alles was man so braucht. Außerdem ist es super sauber und hat eine gute Küche, sowie einen unglaublich gemütlichen Gemeinschaftsraum. Dazu einen Pool mit Wasserfall und eine angeschlossene Bar, die gleichzeitig die größte und meistbesuchte in der Stadt ist. Leider ist das Wetter sehr durchwachsen und so verbringe ich die meiste Zeit im Hostel mit Filme schauen, Feiern gehen und sonst nichts tun...was auch manchmal ganz nett sein kann!

Cairns ist vor allen Dingen ein guter Ausgangspunkt für Touren auf das Great Barrier Reef. Ich buche eine Tour mit Schnupper-Tauchgang. Mit einem riesigen Katamaran fahren wir zwei Stunden übers Meer bis wir schliesslich am Riff ankommen. Wir werden kurz eingewiesen und dann ins Wasser geschmissen. Anfangs müssen wir uns noch an unserem Guide festhalten. Da dieser aber zum Glück recht entspannt ist dürfen wir nach kürzester Zeit alleine tauchen. Bei 12m ist zwar Schluss, aber es gefállt mir so extrem gut, dass ich mich entscheide, definitiv demnächst einen Tauchschein zu machen. Leider habe ich in Australien schlicht kein das Geld dafür. 
Unter Wasser sehe ich viele bunte Korallen, riesige Muscheln, die sich auf Berührung schliessen, Schildkröten, einen Reef-Hai und tausende bunte Fische. Findet Nemo spielt ja in Australien und von daher sieht man quasi alle Fische aus dem Film. Nemo finde ich übrigens gleich 10 mal in verschiedenen Anemonen.

Muschelchen. Ca. 1m lang.

Nemo.

Wasseroberfläche.

Glaub das bin ich.

Mit dem Tauchgang endet auch mein letzter Tag in Cairns. Am nächsten Tag fliege ich Nachmittags nach Melbourne zurück, verbringe dort noch einen tollen Tag und abends geht es noch ein letztes Mal zu den Couchsurfern ins Last Jar. Dann heisst es Abschied nehmen, der nächste und letzte Kontinent heisst Asien.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen