Donnerstag, 24. Januar 2013

Neues Jahr.

Meine Kamera geht immer noch nicht. Alle Fotos in diesem Beitrag, soweit nicht anders gekennzeichnet, sind geistiges Eigentum von Nina Laninga, die ich auf der Reise kennengelernt hab. Sollte jemand die Fotos verwenden wollen, ich besitze keinerlei Rechte daran, kann aber auf Nachfrage Kontakt herstellen. So.

Als ich das schreibe sitze ich in Boardshorts mit einem eiskalten Glas Wasser bei 40° im Schatten auf der Veranda eines kleinen Hauses in East Brighton, südlich von Melbourne in Australien. In meinem vorherigen Eintrag bin ich gerade bei Weihnachten und das ist ziemlich schwach. Eigentlich hatte ich immer einen guten Rhythmus und hab es geschafft alle zwei Wochen zu schreiben. Jetzt sind es schon mehr als vier und ich habe immer noch nichts, also schreibe ich jetzt einfach mal weniger detailliert um aufzuholen.

Weihnachten und Silvester sind unglaublich schön. Inklusive Kekse backen, Obst-Weihnachtsbaum basteln, Glühwein trinken, Weihnachtslieder hören, Geschenke schenken, genialem Dinner in unserem Hostel in Iquique. Silvester sind wir dann in Valparaíso (Wie alle anderen Menschen in Chile auch.) bei einem der größten Feuerwerke der Welt. Mega beeindruckend und eine halbe Stunde lang. Danach Salsa tanzen, Parties in den Straßen feiern und den nächsten Tag am Strand rumhängen. Dann im Stau zurück nach Santiago stehen (Weil alle Menschen auch wieder zurück wollen.).
Abends verabschiede ich mich von Muddi und Jessi und mache mich auf den Weg nach Neuseeland.

Neuseeland hatte bei der Planung meiner Reise so gut wie keine Rolle gespielt. Ich hatte einen Flug von Santiago nach Melbourne buchen wollen und da dieser einen Zwischenstopp in Auckland hatte, dachte ich, na gut, verlängern wir das auf ne Woche. Ich überfliege die Datumsgrenze und komme morgens am 3. Januar in Auckland an. Ich nehme den Bus in die City und suche per W-Lan ein Hostel. Erste Entdeckung: W-Lan in Neu Seeland ist ein großer Witz. Teuer und nirgendwo auch nur annähernd schnell.

Im Hostel angekommen überlege ich was ich in meiner Woche hier machen kann. Im angeschlossenen Reisebüro buche ich eine 5-tägige Busfahrt mit dem Stray Bus mit Abfahrt am nächsten Tag. So kann ich wenigstens die Nordinsel ein bisschen erkunden. Den Rest der Zeit schaue ich mir Auckland an. Auckland ist mäßig beeindruckend (Ich fühl mich mega-snobby wenn ich Sachen wie das hier schreibe, aber leider ist Auckland tatsächlich eher langweilig.). Ausnahme dazu bildet die hübsch gestaltete Waterfront und das kostenlose Aucklandmuseum. Abends gibt es kostenloses Barbeque im Hostel und dann geht es früh ins Bett.

Die Busreise ist super. Ich habe großes Glück und erwische eine super Reisegruppe (Laut der Busfahrerin die beste, die sie jemals hatte!) und wir verbringen tolle Tage miteinander.
Die Tage sind meistens so gestaltet, dass man morgens ein bisschen fährt (Neuseeland ist klein.), ins nächste Hostel eincheckt, dann Aktivitäten macht (die so zwischen 20-400$ kosten) und abends dann kocht oder was auch immer macht. Neben den recht teuren Aktivitäten gibt es meist noch kostenlose Optionen.

Mein (viel zu kurzer) Trip:
- Hahei-Beach (Einer der schönsten Strände der Welt), mit Stingray Bay und Cathedral Cove. Leider komplett mit Touristen überlaufen, also in diesem Fall kein gutes Fotomotiv. Ein kleiner Felsen vor der Küste ist einfach schwimmend zu erreichen und dort kann man Sonnenbaden und Klippenspringen. Abends gehts zu den Hotsprings am Hot Water Beach. Man geht zu dem Strand und gräbt ein Loch. Irgendwann kommt heißes Wasser von Unten und man kann sich reinsetzen (Es ist allerdings bis zu 70° heiß!). Das geht nur bei Ebbe und die Flut bereitet dem ganzen dann irgendwann ein Ende. Megawitzig!
Später kommen wir auch noch an einem sehr heißen Bach vorbei, der mit einem kalten Bach zusammenfließt und an der Stelle bestes Badewasser bildet.

Erster Aussichtspunkt der Reise. Hammer.

Cathedral Cove.

Hahei Beach.
Raglan. Ein sehr berühmter Surfspot. Macht viel Spaß, allerdings geht auch hier nichts ohne Neoprenanzug. Und ein paar fiese Rip currents machen das ganze ein wenig anstrengend. Das Hostel ist super. Wir kochen, schöner Sonnenuntergang, Sterne gucken ohne Restlicht und eine großer (Party-)Schuppen mit Kicker, Tischtennisplatte, Sofas und Musik zum Rumhängen.


Inspiration Point. Guter Spot um Steine auf Flaschen zu werfen, den Sonnenuntergang  und Sterne ohne Restlicht zu sehen.

Raglan.
Waitomo Caves. Keine Kohle für eine der geilen Touren (100-350$), also geh ich mit ein paar anderen Wandern und sehe ein paar Höhleneingänge. Auch gut!
"Cultural Stay" bei Maori. Nicht so ganz Authentisch (Remember, travelling is the quest for Authenticity.), aber schön. Wir werden traditionell begrüßt und es ist alles ganz nett, aber man merkt, dass die Jungs hier nichts anderes machen als Touristengruppen zu empfangen. Es gibt lecker Essen und wir lernen einen einfachen Haka (Siehe Video. Super witzig!).


- White Water Raften. Über den mit 7m höchsten kommerziell gerafteten Wasserfall. Macht viel Spaß!
- Lake Taupo, größter See Neuseelands, inkl. Wellen. Es ist warm, man kann schwimmen gehen und abends dann Party. Gute Zeit.

Lake Taupo.
- "Hangover-Stay" ist in der Blue Duck Lodge, einer nachhaltigen Lodge im Urwald. Sie kümmern sich um die Populationskontrolle der gefährlichsten Tiere auf Neuseeland. Zum Beispiel Frettchen, Igel und Ziegen. Jep, mehr gibts hier nicht. Alle Fleischfresser sind importiert. Ich mache eine "Safari" durch die Umgebung der Lodge mit ATVs (Andere Optionen wären Tontaubenschießen oder Ziegenjagd - inkl. Erschießen, häuten und Fleisch verarbeiten - gewesen).

Kurze Pause bei etwas anderen heißen Quellen. Sehr hypnotisierend, das Geblubber.

Oder einfach mal ein wunderschöner Wasserfall.
Das ganze ist dann auch schon wieder mein letzter Abend. Ich hab mich sehr mit den Leuten auf der Tour angefreundet und das ist für eine gerade mal eine Woche lange Tour mehr als unnormal. Stray war super, unsere Busfahrerin "Motors" - warum das ihr Spitzname war, werde ich jetzt nicht erläutern - unterhielt uns in vielerlei Hinsicht und es war eine grandiose Reise.
- Tongariro National Park. Laut Reisebüro gab es den Aufenthalt in der Blue Duck Lodge nicht und ich hätte hier mehr Zeit haben sollen. Naja, so sind es nur 2h (!!!). Hier wurden die Mordor-Szenen zu Herr der Ringe geschossen und der Schicksalsberg ist am Horizont zu sehen. Vanessa, die auch in Melbourne wohnt, fährt mit mir zurück nach Auckland und so entscheiden wir uns in den zwei Stunden eine kleine Fahrradttour zu machen. Wir leihen Fahrräder und fahren zu dem Wasserfall, an dem Gollum im zweiten Herr der Ringe Teil sein Lied singt und Fisch ist. Dann gehts mit einem anderen Straybus nach Auckland zurück.

Kiwis. Vorsicht. Hier könnten zwei leben. (Mein Foto)

Mordor. (Mein Foto)

Schicksalsberg. (links) (Mein Foto)


Mein letzter Abend und Tag in Auckland sind eher ruhig. Die Tage waren sehr anstrengend und ich bin froh einfach nur zu chillen.
Am nächsten Tag flieg ich mit dem A380 von Emirates nach Australien. Mein Kumpel Adam, den ich auch von Camp Adventure kenne, holt mich vom Flughafen ab und ich verbringe meine erste Nacht in Melbourne. Die nächsten Tage sind eher langsam. Wir hängen bei Adams Eltern in Mount Martha rum, feiern seinen Geburtstag, gehen aus, sogar eine LAN-Party und ich suche nach Jobs und einer Wohnung.

Die Jobsituation ist schon recht schwierig in Melbourne für Work and Traveller. Mit der Routine aus Vancouver bewerbe ich mich jedoch bei ein paar Unternehmen, passe mein Resume an und bekomme prompt Antworten. Mein erstes Vorstellungsgespräch läuft gut, aber der Job ist nicht meins. (Kennt ihr die Jungs, die in den Fußgängerzonen rumstehen und allen Malteser-Spendenverträge andrehen wollen? Genau das, nur von Haus zu Haus. Was heute alles als Live-Marketing bezeichnet wird ist echt ein Witz.)

Das zweite Angebot ist schon wesentlich besser. Der Job könnte kaum besser sein, als Lagerhallenarbeiter, Barkeeper und Event Manager für einen mobilen Barservice arbeiten. Schön viel Abwechslung, rumkommen und keine Langeweile. So nehme ich den Job an, verpasse dadurch aber mein Interview bei einer anderen Firma, die damit nicht mehr in Frage kommt.
Bei dem Barservice läuft es dann aber nicht so gut. Meine Supervisorin ist jünger als ich und ich glaube deswegen ist sie recht unsicher mir gegenüber, was dazu führt, dass sie sehr autoritär ist. Megaanstrengend. Aber ich denke mir, dass sich das legen wird. Bis ich am dritten Tag einfach nach Hause geschickt werde, weil es keine Arbeit für den Rest der Woche gibt. Das ist das Problem mit General Labour ohne Verträge.

So sitze ich hier rum und überlege einen zweiten Job zu suchen, oder doch auf eine Farm zu wechseln. Work and Travel ist nicht immer einfach und gerade die Anfangszeit, merke ich jetzt zum zweiten Mal, ist vermutlich immer ein wenig holprig. Aber Reiseregel Nummer 1: Wird schon.

Die ähnlich schwierige Wohnungssituation ist erst mal geklärt, ich habe zwei Wochen bei Adam auf der Couch gewohnt und ziehe anfang Februar bei seiner Freundin ein, deren Mitbewohner für einen Monat das Land verlässt. Danach muss ich schauen. Entweder Wohnung suchen oder Farmstay. Nunja, Australien. Wir werden schon noch warm miteinander!


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