Kapstadt. Seit Coffee Bay ist viel passiert. Allerdings fällt es mir schwer darüber zu schreiben, denn die meisten Dinge, die ich seitdem gesehen und gemacht habe muss man eher selbst erfahren. Großartige Dinge, die ich gemacht habe und jedem empfehlen möchte, der nach Südafrika aufbricht:
Surfen und Hiken in Coffee Bay - Coffee Bay ist schon eine Erfahrung für sich, ein kleines Hippienest direkt am Meer. Sehr sehr entspannt, aber höherer Altersdurchschnitt als in allen anderen Hostels bisher! Bewegt man sich vom Hostel weg, kommt man durch kleine Zuludörfer, man sieht freundliche Menschen, kleine Jungs schieben etwa 40cm große, selbstgebaute Autos aus Metallkleiderbügeln vor sich her. Diese lassen sich sogar lenken!
Township und Stadttour in Port Elizabeth. Unser Guide Xolani gibt uns Infos über die Stadt mit ihren britischen Gebäuden aus der Kolonialzeit, Fußgängerzonen und Cafés, die Townships und sein Volk, die Xhosa (X ist ein Klicklaut). Der Rite of Passage, das Erwachsenwerden der Jungen, beinhaltet auch heute noch bei vielen Xhosa für einige Zeit in der Abgeschiedenheit des Buschs zu leben und die (sehr schmerzhafte) Beschneidung bei ihrer Rückkehr. Auch Xolani und z.B. Nelson Mandela sind diesen Weg gegangen.
Das Township sieht ähnlich aus, wie in den anderen Städten. Slums, Häuser und an die 50.000 Frisörsalons (Das ist die tatsächliche geschätzte Menge) bei circa 500.000 Einwohnern. Das heißt in etwa für jede vierte Frau ein Salon. Um einen Salon zu eröffnen braucht man nur einen Container zu mieten. Ob sich das lohnt sei einmal dahingestellt.
Auf der Straße werden geröstete Ziegenköpfe verkauft. Sie heißen auch Smiley-Face, weil sich beim Rösten die Haut zusammenzieht und die Zähne freigeben. Sie sehen aus, als würden sie lachen. Xolani isst am liebsten Haut und Augen. Das Gehirn wird übrigens nicht angefasst. Es ist für die Hunde.
Auf der Straße werden geröstete Ziegenköpfe verkauft. Sie heißen auch Smiley-Face, weil sich beim Rösten die Haut zusammenzieht und die Zähne freigeben. Sie sehen aus, als würden sie lachen. Xolani isst am liebsten Haut und Augen. Das Gehirn wird übrigens nicht angefasst. Es ist für die Hunde.
Surfen in Jeffreys Bay. Den Surfcontest Billabong Pro 2012 verpasse ich leider um wenige Tage. Trotzdem kann man ein paar Profisurfer bei ihrer Arbeit sehen, die Wellen sind wohl besonders gut hier. An einem Strand brechen Sie in so genannte Tubes, Röhren, durch die man durchsurfen kann. Dieser Strand heißt einfach Supertubes. Leider bin ich ein grauenhafter Surfer.
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| Sonnenaufgang in J-Bay vom Dorm aus. |
Nach Storms River gehen und Zeit mitbringen. Ich habe unter anderem den höchsten Bungee der Welt von der Bloukrans Bridge gesprungen und war mit dem Hostelmanager (Ein 24-jähriger aus Storms River) in einer Bar im Township von Storms River. War sehr krass, die Bar war in einem unverputzten Ziegelbungalow, die Bar war mit einem Gitter versehen, um die Verkäufer zu schützen. Die großen (750ml) Flaschen Black Label Bier bekam man für 11R (1,10€). Abgesehen von ein paar Begegnugen der dritten Art mit ein paar sehr aufdringlichen Schnorrern und einer leicht übergewichtigen, alten Prostituierten, eine megacoole Erfahrung!
In Oudtshoorn auf einem Strauß reiten. Nur um sagen zu können, dass man schon mal einen Strauß geritten hat. Gerne auch durch die engen Höhlen auf der Adventuretour in den Cango-Caves zwängen. Macht viel Spaß!
Und dann natürlich nach Kapstadt gehen und viel Zeit mitbringen. Kapstadt, ich glaube ich hab mich verliebt. Direkt am Meer und am Fuß des Tafelbergs liegt die gigantische Metropole Kapstadt. Ich habe vier Nächte und verbringe meine Tage unter anderem mit der von Bazbus organisierten Tour über die Halbinsel. Inklusive einem Ausflug zu dem Reservat für afrikanische Pinguine(!), einer Fahrradtour, dem Kap der guten Hoffnung und Cape Point. Das Wetter ist gut und so sind einige sehr schöne Bilder entstanden, die ich die Tage hochladen werde!
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| Pinguine! Ich liebe sie! |
Am zweiten Tag gehe ich zu Fuß (!) mit meinem Dorm-Mitbewohner aus Israel durch die Stadt. Einfach nur entspanntes Streifen durch die Ausgehmeile Long Street (Die im Gegensatz zu Durban ihrem Namen Ehre macht), der V&A Waterfront, einer Art Touristenzone direkt im noch betriebenen Hafen, Märkte, frischer Fisch. Und natürlich das Weltmeisterschafts-Stadion.
Am dritten Tag geh ich auf eine Doppeldecker-Stadtrundfahrt. Eigentlich versuche ich diese Busse immer so gut es geht zu vermeiden, ich stehe überhaupt nicht darauf. Aber in diesem Fall mache ich mal eine Ausnahme, da es so wunderbar einfach und komfortabel ist. Es gibt zwar ein Busnetz, aber es ist recht übersichtlich und umständlich. Mit mir sind einige Leute aus meinem Hostel unterwegs, aber keiner will an diesem, meinem letzten richtigen Tag in Kapstadt, mit auf den Tafelberg. Es ist zu bewölkt, aber ich hoffe, dass es später aufklart. Also mach ich was man nicht machen sollte: Ich gehe alleine. Es gibt eine relativ einfache Route, außerdem sind ja überall Leute. Nunja, ich hab leider irgendwo die Falsche Abbiegung genommen und eine abenteuerlichere Route genommen. Immernoch offiziell, aber eben mit Kletterpassagen, ohne Sicherung und ich bin eben komplett allein. Kurz vor dem "Gipfel", komme ich an der Abseiling-Station (Kein Witz, das heißt so) vorbei Erleichterung, alles gut gegangen!
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| Aussicht nach etwa der Hälfte. |
Jetzt sitze ich am Flughafen und warte auf meinen Flug nach New York City. Mit kurzem Zwischenstopp in Johannesburg! Mir fällt es schwer etwas generelles über Südafrika zu schreiben, ohne die üblichen Floskeln zu benutzen. Es ist unbeschreiblich vielseitig, der Unterschied zwischen arm und reich ist krass und allgegenwärtig, es ist einfach nur wunderschön, die Landschaft, das Meer, die Tiere, es kämpft mit Korruption, Gewalt, Vergewaltigungen in und außerhalb der Townships. Die Townships sind in dieser Form kaum zu kontrollieren, so passiert eben viel. Zu viel. Verschiedene Kulturen versuchen miteinander zu leben, die Buren versuchen sich oftmals abzuschotten und die Leute haben zu viel Angst. Trotzdem, vor allem für Backpacker ist es ein gutes Ziel. Als normaler Tourist, ohne die dreckigen Klamotten, wird man vermutlich umso öfter behelligt. Ich würde jederzeit wieder kommen! Ich werde wiederkommen.





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